Kleinstadt
- Selbstbau mit Resten
Hier
möchte ich einmal ein paar Tipps geben zum Eigenbau von einfachen Plastikhäuschen.
Natürlich stöbert man erst einmal in den Katalogen diverser Bausatzhersteller,
aber oft gibt es dort nicht das Passende. Dann hilft nur der Selbstbau.
Ich will mich auf ein paar grundsätzliche Tipps beschränken und nicht die tausendste Baubeschreibung liefern. Die Betonung liegt auf EINFACH ! Es gibt immer auch andere Wege und Lösungen, aber ich wähle hier bewusst den einfachsten mit dem geringsten Aufwand an technischer Ausstattung, Zeit und Materialkosten! Die hier gezeigten Gebäude sind in H0 1:87 entstanden. Das Bauprinzip funktioniert aber auch in anderen Maßstäben.
In
der Bastelkiste liegen bestimmt noch Reste und überzählige Teile von anderen
Bausätzen, z.B. Fenster und Türen oder ganze Wände von einem Bausatz, der nur
als Kulisse Verwendung gefunden hat, Dachteile usw.
Für
die aktuell hier vorgestellten Gebäude habe ich diverse Resteteile (Fenster, Türen,
Blechdach-Imitation) und Holzstrukturplatten von Kibri und Auhagen verwendet.
Außerdem
kamen Profile (Vierkantprofil und dünne Streifen verschiedener Breite) von
Evergreen bzw. Plastruct zum Einsatz.
.... ein paar Teile aus der Restekiste .....
An
Werkzeug wird dazu nicht viel benötigt. Zum schneiden der Polystyrolplatten ein
stabiler Cutter mit Abbrechklingen (öfter mal ’ne Neue!), ein Stahllineal,
eine kleine (Halbrund-) Feile, Pinzette für Kleinteile, Schleifpapier Körnung
120-160 und natürlich eine schnittfeste Arbeitsunterlage.
Zusätzlich
evtl. eine Glasplatte als „Montagebrett“. Diese ist absolut eben und es
klebt nichts fest, außerdem kann sie mit kariertem Papier unterlegt werden, das
ist hilfreich beim Zusammenfügen der Teile. Auch ein Winkel sowie eine Auswahl
an Gummiringen und Klammern kann nicht schaden.
Vor Beginn der Bauaktion steht immer eine Skizze auf Papier oder im PC. Diese braucht nicht sehr genau zu sein, erst beim ausschneiden der Teile sollten die Maße genau feststehen, damit am Schluss auch alles passt! Wichtig für den Gesamteindruck ist vor allem, dass die Proportionen stimmen, in erster Linie die Geschosshöhe und die Einbauhöhe der Fenster. Deshalb ist bei der Planung auch immer ein kleiner Bewohner aus dem Lande „Noch“ oder „Preiser“ dabei!
Als
Vorbild kann immer die Realität dienen oder Fotos von ähnlichen Gebäuden,
ohne gleich ein Architekturstudium daraus zu machen.
Nun
zur Tat .....
Wandbauteile
Die Platten werden mit dem Cutter angeschnitten und gebrochen oder durchgeschnitten, je nach Härte und Dicke. Nachdem der erste Schnitt mit dem Stahllineal sauber ausgeführt wurde, können die weiteren Schnitte ohne Lineal gemacht werden, die Klinge wird von der vorhandenen Kerbe gut geführt. Für die Schnitte ist bei dickeren Platten einige Kraft erforderlich, deshalb vorsichtig arbeiten und dabei immer auf die Finger achten!! Anschließend die Schnittkante glatt schleifen. (Schleifpapier auf die Glasplatte legen und das Bauteil darüber ziehen!)
Die
Ausschnitte für Fenster und Türen entstehen auf die gleiche Weise. Ob dabei
von der Vorder- oder Rückseite gearbeitet wird, ist Geschmacksache. Beides hat
Vor- und Nachteile. Auf der Vorderseite können die Ausschnitte besser der
Struktur angepasst werden aber ein versehentlich zu weit geführter Schnitt ist
auf der Fassade nur schwer unsichtbar zu machen.
Die
kurzen Schnitte bei Fensteröffnungen werden am besten aus zwei Richtungen immer
zur Mitte hin gemacht. Dann werden auch die Ecken sauber und die Gefahr ist
geringer, dass man den Schnitt „verzieht“. Soll das Fenster oben einen
Rundbogen bekommen, wird dieser vorsichtig mit der Halbrundfeile ausgearbeitet.
Beim zusammenfügen des Gebäudekörpers sollte bei Mauerwerkplatten eine 45° Gehrung angeschliffen werden, sonst sieht das bescheiden aus. Holz- und Metallstrukturplatten können in der Regel stumpf geklebt werden. Bei senkrecht verlaufender Struktur fällt die Klebekante nicht auf und bei Querbretterung oder z.B. Schindeln werden einfach die Kanten mit schmalen Styrol Streifen „verbrettert“, wie das in Wirklichkeit auch häufig der Fall ist. Auch bei modernen Leichtbauhallen aus Trapezblechen sind die Ecken mit Winkelblechen oder Spezialprofilen eingefasst.
Hier ist gut die Bauweise erkennbar
Innen werden Eckverstärkungen aus Vierkantprofil angebracht. Bei Dachflächen z.B., die zur Wand keinen rechten Winkel bilden, werden zur Verstärkung der Klebekante Viertelstabprofile oder Reststücke von Spritzlingsrahmen verwendet. Diese haben meist einen runden oder ovalen Querschnitt und passen daher immer!
Selbstbau-Tür
Fenstereinsätze Restteile aus Bausatz. Blendrahmen,
Fensterbänke und
Eckverkleidung aus Evergreen Profilen.
Auch
wenn die meisten Bausätze und Strukturplatten eingefärbt sind, sehen doch die
meisten nach „Plastik“ aus. Farbe löst dieses Problem, und es muss nicht
immer eine aufwendige Spritzlackierung sein!
Ich
verwende größtenteils matte, lösemittelarme Spritzlacke (Acryllack auf
Wasserbasis). Diese sind dünnflüssig und sehr gut deckend und lassen sich auch
hervorragend mit dem Pinsel verarbeiten. Es geht aber auch sehr gut mit
Plakafarben oder lösemittelhaltigen Kunstharzlacken.
Anders
als bei einer richtigen Hausrenovierung arbeite ich in umgekehrter Reihenfolge:
Zuerst werden die angesetzten / aufgesetzten Teile wie Blendrahmen und
Eckeinfassungen gestrichen. Wenn man das ordentlich macht, sieht das aus wie
spritzlackiert. Macht man das „unordentlich“ und die Grundfarbe schimmert
stellenweise ein wenig durch, hat man schon die Hälfte der Verwitterung
in einem Arbeitsgang geschafft! Bei der Lackierung dieser Teile braucht
man nicht allzu vorsichtig zu sein – wenn der Pinsel darüber hinaus geht,
wird das hinterher von der Fassadenfarbe verdeckt. Diese wird nach der Trocknung
der Rahmenfarbe mit einem relativ großen, weichen Pinsel auf die Fassade
aufgetragen und mit der Pinselspitze an die vorher lackierten Kanten
„geschoben“! Durch die Kohäsionskraft zieht sich die Farbe in die Kante und
bildet ganz von selbst einen sauberen Abschluss. Auf diese Art werden auch die
zweifarbigen Türen bemalt.
Die verdünnte Farbe "zieht " sich in die Ecke 
Stellprobe
auf dem Modul
Die alten Häuser könnten einmal eine Renovierung
vertragen .... ;-)