„Bahn-Übergänge“
Immer wieder fallen mir bei Anlagen und Modulen sehr unrealistisch aussehende Bahnübergänge auf. Ansonsten wurde viel Mühe für Landschaftsgestaltung aufgewendet, aber gerade bei den einzelnen Details mangelt es dann grob.
Wichtig ist,
sich immer vor Augen zu führen ob man selbst mit dem eigenen Auto über diesen
Bahnübergang fahren könnte.
Die
Heranführung der Straße muß mittels einer Rampe erfolgen, aber so, dass es zu
keinen „Sprungschanzen“ kommt. Der Test mit einem Modell-Truck bringt die
Fehler sofort augenscheinig an den Tag.
(Foto
und Modell: Bernd Schneider)
Beispiel einer optimalen Heranführung der Straße zum Gleiskörper.
Nun ein bisschen Theorie:
Es gibt ein
paar grobe Unterscheidungen wobei diese hauptsächlich in den Überbrückungen
der Gleiszwischenräume liegen.
Befestigte
Straßen (Asphalt, Beton)
·
Asphalt-Übergänge
haben den Gleiszwischenraum oft mit Asphalt ausgefüllt, so wie die angrenzende
Straße. Als Begrenzung zur Schieneninnenseite können z.B. Schienenstücke
fungieren.
·
Beton-Übergänge
haben die Gleiszwischenräume meistens mit Betonplatten gefüllt.
Unbefestigte
Straßen
·
Schotter-Übergänge
sind die einfachste Art, wobei der Gleiszwischenraum mit Straßenschottermaterial
aufgefüllt ist. Als Abgrenzung können Schienenstücke fungieren. Diese Art ist
meist bei einfachen Feldübergängen aber auch in Industriegelände bei
Branch-Line´s oder Abstellgleisen zu finden.
·
Bohlen-Übergänge
haben meist Parallel zu den Schienen liegende Holzbohlen zur Ausfüllung des
Gleiszwischenraumes, aber auch auf den Gleisaußenseiten können zur Heranführung
der Straße Holzbohlen sein.
Die Unterteilung ist keinesfalls akribisch streng zu sehen, denn eine Asphaltstraße hat nicht immer zwangsläufig eine Gleiszwischenraum-Überbrückung aus Asphalt, diese kann genausogut aus Beton-Platten oder aus Holzbohlen bestehen.
·
Bei neuen
Bahnübergängen, egal ob Asphalt-, Beton- aber auch Schotterstraße werden die
Gleiszwischenräume und die Angleichung an die Straße mit Gummiplatten ausgeführt.

Die
Umsetzung im Modell:
Asphalt-
bzw. Beton-Übergänge können im Modell sehr leicht mittels Plastik-, Karton-,
Balsaholzstreifen, usw. erstellt werden, aber auch mit Modelliergips gelingt es
ganz gut.
Bohlenübergänge
entstehen mittels Holzleistchen aber auch aus Streifen von strukturierten
Holzplatten.
Schotterübergänge
werden durch zugipsen bzw. überstreuen mit Schotter/Sand und
anschließendem auskratzen der Spurrillen für die Spurkränze erstellt.
Damit
aber der so liebevoll gebaute Bahnübergang nicht zum ständigen Entgleisungsärgernis
wird, müssen bei allen Konstruktionen folgende Punkte unbedingt beachtet
werden:
Die Übergangskonstruktion sollte ein klein wenig niederer sein als die Schienenoberkanten, so dass die Lokräder satt auf den Schienen aufliegen und nicht von den Schienen gehoben werden. Dies bedeutet stehen bleiben der Lok wegen Unterbrechung der Stromzufuhr.
Der
Raum für die Spurkränze auf den Schieneninnenseiten sollte absolut sauber und
frei von Schotterkörnern
sein, aber auch tief genug, dass die Spurkränze nicht auflaufen.
Weiterhin
sollte unbedingt mit unterschiedlichem Rollmaterial getestet werden ob es ohne
Behinderung (Auflaufen bzw. Klemmen der Radsätze bzw. der Spurkränze )den Übergang
befahren kann (= Spurweitentest).
Durch
leichte Anschrägung der Gleiszwischenraum-Übergangskonstruktion auf den zu den
Schwellen gerichteten Seiten, entsteht eine Spurkranzführung. Der Bahnübergang
wird solcher Art zusätzlich zum „Eingleiser“ für entgleiste Radsätze bzw.
zur Eingleisungshilfe von Waggons.
Manfred
Neurauter