" perfektes Rollmaterial "

 

Rollmaterial-Wartung

Insbesondere vor Ausstellungen

(v. Manfred Neurauter )

 

In Merzig haben wir bereits festgelegt, dass jeder Teilnehmer vor einer Ausstellung sein Rollmaterial schon zu Hause prüfen sollte.

Diese Maßnahme soll peinliche Zugtrennungen, Entgleisungen, usw.  vor Publikum weitgehend minimieren und vor allem die Zeit verkürzen, bis der Zug endlich problemlos fährt.

Es soll aber vor allem auch unser aller Nerven schonen!

 

Wenn jeder NTRAKer sein Rollmaterial vor einer Ausstellung nach den unten angeführten Kriterien kontrolliert, kann es unter normalen Umständen kaum mehr zu ernsthaften Problemen kommen. Auf der Ausstellung sind gegebenenfalls noch ein paar Anpassungen des Zuges notwendig (schwerere Waggon vorne im Zug, leichtere hinten).

·         Besonders zu kontrollieren ist frisch umgebautes bzw. umgerüstetes, aber auch neu erworbenes (neu o. gebraucht) Rollmaterial, das noch auf keiner NTRAK-Ausstellung gelaufen ist.

·         Rollmaterial, welches bereits etliche Ausstellungskilometer problemlos lief, ist hauptsächlich auf Defekte bzw. Beschädigungen, Räderverschmutzung, Funktionsstörungen der Kupplungen zu kontrollieren bzw. gegebenenfalls auch nachzuölen.

  

Loks:

·       sind die Räder gereinigt (=guter Kontakt) ?

Auch kleine Verschmutzungen sind Störfaktoren.

 

·       funktionieren/laufen die Loks auch wirklich einwandfrei ?

     Am besten einen kleinen Lauftest, auch über Weichen durchführen, so kann man leicht erkennen, wie sich die Loks verhalten.

 

 ·       ist eventuell eine Nachölung bzw. -fettung der Loks notwendig ?

Nach zig gelaufenen Ausstellungskilometern, verbessern kleine Mengen Öl bzw. Fett die Lok-Laufeigenschaften. Aber: Wirklich nur kleine Mengen mit einer Stecknadel an die zu schmierenden Stellen auftragen und nur geeignetes Öl bzw. Fett verwenden. 

 

     ·       welche Loks können zusammen laufen ?

          Durch Fahrtest eruieren, welche Loks in Mehrfachtraktion zusammen          laufen können.

  

Waggon:

·       lassen sich die Räder leicht und frei drehen, rollen sie leicht und ungebremst ?

     Sie sollten nach andrehen eine längere Zeit ungehemmt ausrollen.

 

·       sitzen die Räder korrekt in den Achslagern im Drehgestell ?

     Sie sollten sich wirklich in den vorgesehenen Achslagern befinden.

 

·       sitzen die Räder gut im Drehgestell oder fallen sie leicht raus ?

     Sie sollten nicht schon beim kleinsten Anstoß aus dem Drehgestell fallen.

 

 ·       rollen die Räder ohne zu eiern (verbogene Achsen bzw. nicht zentriert aufgezogene Räder) ?

     Eiernde Radsätze sind zu 90% Entgleisungsgründe und sollten ausgetauscht werden.

 

·       können sich die Drehgestelle leicht und gut bewegen ?

     Schwergängige Drehgestelle erweisen sich oft bei Weichen als Problemfaktoren.

 

·       streifen die Räder am Waggonboden wenn die Drehgestelle in allen Funktionen (Anschlag zu Anschlag und Kippen) bewegt werden ?

     Dies würde sich vor allem in Kurvenfahrt durch zusätzliche Belastung (bremsen des Zuges) auswirken.

 

 ·       ist die Spurweite richtig justiert ?

     Bei nicht korrekt (zu gering bzw. zu groß) eingestellten Radsätzen sind Entgleisungen an Weichen vorprogrammiert.

     RP25 Radsätze sollten bei PECO Code 80 Weichen nicht größer aber auch nicht viel kleiner als 8,5mm Spurweite haben.

 

·       sitzen die Räder im Drehgestell in Flucht ?

     Nicht fluchtende Radsätze ecken an den Gleisinnenseiten und beim kleinsten Widerstand (z.B. versetzt zusammenstehende Schienen) wird das betreffende Drehgestell richtig gehend aus dem Gleis gehebelt.

 

·       sind die Räder gereinigt (festgefahrener Dreck ist ein Entgleisungsgrund!) ?

     Lange Fahrzeiten setzen soviel Dreck auf den Laufflächen an, daß im Extremfall die Spurkränze (RP25) gar nicht mehr existent sind.

 

·       Kontrolle des Waggongewichts und eventuell Nachbesserung :

Viel zu leichte bzw. viel zu schwere Waggon ergeben immer wieder Probleme im Zugverband.

 

 

Kupplungen:

·       hat das Rollmaterial (Lok + Waggon) MTL Kupplungen bzw.  MTL kompatible Kupplungen (Kato, Unimat, usw.) ?

     Wer sein Rollmaterial mit anderen zusammen laufen lassen will, sollte dringend Micro Trains Kupplungen einbauen. Kompatible Kupplungen bringen bei Langzügen nur (unnötigen) Ärger !

 

·       stimmt die Kupplungshöhe nach der MTL-Lehre ?

     Unterschiedliche Kupplungshöhen bedeuten Zugtrennung schon bei kleinen Gleisunebenheiten.

 

·       sitzt die Kupplung fluchtend in der Mittellinie des Wagens / Drehgestells ?

     Ist die Kupplung schräg im Kupplungsschacht verkantet oder verklemmt (z.B. durch defekte Kupplungsfeder oder sonstige Beschädigung), führt das im Zugverband zu einem  verkanteten, schräglaufenden Drehgestell und somit an Weichen oder (Peco!) Kreuzungen zur Entgleisung (s.o. nicht fluchtende Radsätze).

 

·       stimmt die Freie Höhe zwischen Gleis und Kupplungshaken      (eventuell zusätzliche Freiheit geben!) ?

     Stimmt diese nicht, läuft der Kupplungshaken beim nächsten Hindernis (z.B. Weiche) auf und der Zug wird auseinandergerissen.

     Kontrolle: ein quer auf den Gleisen liegender 0,4mm starker Plastikstreifen darf vom MTL-Kupplungshaken nur gestreift, aber nicht verschoben werden!

     Aber: zu beachten ist, daß bei langen Zügen die MTL-Kupplung durch die Anhängelast gerne nach unten gedrückt wird, insbesondere die längeren Kupplungsschäfte der langen Waggons (z.B. Auto Rack). Hierbei sollte ein größerer Freiraum gegeben werden oder den Kupplungshacken unten am Ende leicht hochbiegen [ausrunden]. So kann er nicht  mehr hängen bleiben, sondern wird durch die Ausrundung über das Hindernis gedrückt.

 

·       ist die Kupplung leicht beweglich im Gehäuse (wichtig vor allem bei „Body Mounted Kupplungen“ [=am Fahrgestell und nicht am Drehgestell montierte Kupplungen]) ?

Festsitzende Kupplungen können in Kurven, Weichenverbindungen und/oder S-Verbindungen zum Hinausdrücken des Waggons aus dem Gleis führen.

Micro Train-Kupplungen gegebenenfalls mittels Micro Train - Graphitpuder schmieren.

 

·       Bearbeiten der MTL-Kupplung an Hand der MTL-Vorgaben mit einer Schlüsselfeile oder dem Skalpell (=verhindert das Auseinanderrutschen der Kupplungen untereinander) :

Micro Train rät zur Nacharbeitung der Kupplungen, welche aus Gründen der Fertigungstechnik leicht bombiert sind. Sie liegen nicht vollflächig zusammen, dadurch verschieben sich bei längeren Zügen (Gewicht) die Kupplungen und sie halten nicht mehr 100%. Schon kleine Gleisunebenheiten führen zur Entkupplung.

     Laut MTL-Information (Beizettel von fast jeder MTL-Kupplungspackung) wäre die Innenseite der Kupplungsklaue mit einer Schlüsselfeile oder einem Skalpell nachzubearbeiten, so das diese gerade und nicht mehr bombiert ist.

 

·       Andere Kupplungen :

     Wenn es sich um einen Komplettzug eines Teilnehmers handelt, der ohne zusätzliches Rollmaterial von anderen Teilnehmern läuft, sind auch andere Kupplungen (z. B. ARNOLD, usw.) verwendbar, solange sie diesen Zug wirklich problemlos zusammen halten.

 

 

„ nur ein paar Minuten kontrolliert, vertreibt Ärger und Frust“