Empfehlung
für selbstständige Kontrolle der Verkabelung
bei NTRAK-Modulen
(v.
Manfred Neurauter)
Vorwort
Diese Empfehlung soll eine praktische Hilfe zur leichteren
Fehlerbehebung durch Kenntnis möglicher Fehlerquellen bieten und die
NTRAK-Modul-Stromversorgung insgesamt verbessern. Keinesfalls bedeutet sie eine
Kritik an irgend einem Modul!
Ich habe ganz bewusst versucht sehr einfach und ohne
"Fachchinesisch" zu schreiben, damit es für vollkommene
"Laien" (=Nicht TU-Elektroniker/Elektriker) auch verständlich bleibt.
Grundsätzliches
In Bremen und in Sinsheim ist mir (auch anderen)
aufgefallen, dass an bestimmten Stellen die Loks immer langsamer wurden. Es
musste mit der ARISTO höher geregelt werden, wobei ein paar Meter weiter die
Loks wie eine Rakete abzogen.
NTRAK-Vorgaben
Parallelleitung:
Laut NTRAK-Manual ist eine parallel zu den Gleisen durch
das gesamte Modul geführte Leitung (=Parallel-Leitung) mit mindestens 1,5mm²
Litzendraht vorgegeben.
Gleisanspeisung:
Massivkernkabel von mindestens 0,5 bis 0,75 mm² von den
Schienen zu den Parallel-Leitungen, besser wäre 1,0mm² Messing oder
Kupferdraht.
Mögliche Fehlerquellen
Kabel-Querschnitte:
Leider werden bei der Parallel-Leitung nicht konsequent auf
durchgehend min. 1,5mm² geachtet. Ich habe 1mm² und kleiner als
Parallelleitungen in Modulen gesehen.
Telefonlitzen als Gleisanspeisungen sind garantierte
Schwachstellen.
Mit 2-3 Loks und einem kleinen Modularrangement kein
Problem, aber bei großen Modularrangements und 120 Waggonzügen mit bis zu 6
Loks traten die Probleme für jedermann sichtbar zu Tage.
(siehe Erklärung zu Leitungsquerschnitte)
Kabel-Führung:
Ein absolut wahnsinniger Fehler ist, wenn komplett auf die
Parallelleitung verzichtet wird und nur die Gleise als Stromführung durch das
Modul dienen.
Draht/Litzen-Brüche:
Als äußerste Schwachstelle und häufigste Bruchstelle hat
sich, durch Verletzung der Drähte/Lizen, immer die Abisolierungsstelle
erwiesen. Dies muss nicht sofort zur Totalunterbrechung führen, garantiert aber
einen schönen Wackelkontakt. (siehe
Erklärung zu Wackelkontakt/Oxydation)
Schienen-Verbinder:
Mit Leim-Wasser-Spülmittel gefüllte Schienenverbinder
(einschottern), oder durch das vorherige "Rosten der
Neusilberschienen", bzw. lockere Schienenverbinder, können sich als äußerst
lästige Fehlerquellen erweisen!
Es besteht kein 100% sicherer Kontakt, Wackelkontakte bis
zur schlussendlichen Komplettunterbrechung sind logische Konsequenzen.
Durch Temperaturschwankungen werden Schienenverbinder
mechanischer Belastung ausgesetzt, die Schienen dehnen bzw. ziehen sich
zusammen. Aber!!, von kompletter Verlötung der Schienenverbinder mit den
Schienen, ohne Dehnungsschnitt in den Schienen (=für Temperaturausgleich), ist
abzuraten. Leider sind unsere Module durch den Transport und den Auf/Abbau an
den verschiedensten Orten den unterschiedlichsten Temperaturen ausgesetzt und
haben nicht das gleichbleibende 365 Tage-Klima eines Hobbykellers.
Stecker:
Durch häufiges Ein/Ausstecken, werden die
Stecker/Kupplungs-Klemmstellen (=Kontaktstelle der Steckerstifte in der
Kupplung) geweitet und locker, wodurch ein 100%er Kontaktübergang nicht mehr
gewährleistet ist. (sichtbares Zeichen: die Steckverbindung läst sich sehr
leicht zusammenstecken) Im schlimmsten Fall rutscht die Steckverbindung sogar
sehr leicht auseinander. (=sie hält nicht mehr zusammen) Oxydation und Dreck
(schon das Eigenfett der Menschlichen Haut von auf den Fingern) tragen
ihren Teil zur Verschlechterung der Kontaktübergänge bei. Normalerweise wird
beim Zusammenstecken einer guten Steckverbindung, die Klemmkontaktstellen im
Stecker und in der Kupplung durch das Zusammenschieben immer wieder selbst
gereinigt. Bei zu lockeren Steckverbindungen ist dieser Reinigungsprozess nicht
mehr vorhanden. (siehe Erklärung
zu Wackelkontakt/Oxydation)
Klemmverbindungen (Stecker u. Lüsterklemmen):
Jede Schraub-Klemmverbindung hat das Problem, dass sie
locker werden kann, wodurch ein 100%iger Kontaktübergang nicht mehr gegeben
ist.
Des weiteren ist bei nicht passender Montage ein sicherer
und 100%iger Kontaktübergang auf Dauer auch nicht mehr gewährleistet. (z.B. zu
kurze Abisolierung des/der Drahte/Litze mit folgender Festklemmung der
Isolierung und nicht des/der Drahte/Litze)
Ebenfalls können sich einzelne abstehende, feine Litzendrähtchen
in der Steckverbindung bei starker Belastung als plötzlich auftretende bösartige
Kurzschlussbrücken erweisen (= Funkenschlag)
Sicher hatte auch schon jeder mit ähnlichen Problemen bei
220V zu tun. (z.B. Wackelkontakt im Stecker) Wie sieht da der Kupferdraht oder
die Kupferlitzen aus; so richtig schwarz oxydiert. (siehe Erklärung zu
Wackelkontakt/Oxydation)
Ich weiß, jeder hat seine Klemmen so fest wie nur möglich
angezogen, so fachmännisch wie nur möglich und so 100% wie nur möglich
montiert.
Aber bedenkt: unsere Module werden transportiert,
auf/abgebaut und sind vielen Erschütterungen sowie gravierenden
Temperaturunterschieden ausgesetzt.
Was am Anfang noch fest gehalten hat, kann nach 2-3 Jahren
schon leicht gelockert sein.
Oder, wer hat noch nicht erlebt, dass er nach dem Festziehen der Klemmenschraube, aus der vermeintlich festen Klemme, den Draht doch wieder heraus ziehen konnte. Auch ist die Qualität so mancher Stecker nicht die Beste. Deshalb sollte bei den neuen 4 mm Laborsteckern auf gute Qualität geachtet werden!
Erklärung zu Wackelkontakt/Oxydation:
Wer hatte nicht schon selbst persönliche Erfahrungen mit
Telefonanschluß-Schnüren oder mit 220V Kabeln. Obwohl ein Wackelkontakt lästig
ist, macht er die erste Zeit kaum ernsthafte Probleme, aber mit zunehmender
Verschmorung (Oxydation) wird an der betreffenden Stelle der Kontaktübergang
immer schlechter, bis schlussendlich gar nichts mehr geht.
Bei 12V und 0,5A fällt ein Wackelkontakt nur bei einer
Unterbrechung auf, aber bei 12V und 5A o. 10A wird er bei entsprechender
Belastung (viele Loks, o. Kurzschluss im System) schon sehr früh ersichtlich.
(Erwärmung, Rauch, bis hin zur Verschmorung der Kabel-Isolation)
Genaugenommen ist er einem Schweißfunken gleichzusetzen,
da sich die Elektronen (Strom) über den Widerstand (noch zusammenstehende
Draht-Unterbrechung; Festklemmen der Isolierung, wo der Draht nur im Klemmengehäuse
ansteht; Oxydation der Kontaktstelle; Lockerer o. verdreckter Schienenverbinder;
usw.) einen Weg suchen, solange bis der Widerstand zu groß wird. Durch den
Funken beim Überspringen wird die betreffende Stelle angeschmort, was die
Oxydation weiter verstärkt und somit den Widerstand erhöht. Beim nächsten Überspringen
(beim Einschalten des Stromkreises) benötigen die Elektronen schon mehr Kraft
diesen Widerstand zu überspringen, wodurch der Funke größer wird und die
Verschmorung weiter wächst, logisch wächst auch der Widerstand. Das ganze geht
so lange bis die Kraft der Spannungsquelle nicht mehr reicht, dass die
Elektronen den Widerstand an der Stelle überspringen können. Jeder
Modellbahner kennt das Problem von der Stromaufnahme der Loks von den Schienen.
(Funken an den Rädern bis die Lok steht) Zu Hause betreibt jeder seine Module
nur unter normalen Bedingungen (geringe Leistung, wenige Module), folglich
treten die beschriebenen Probleme auch erst bei großen Modul-Arrangement (größere
Leistung) auf.
Erklärung zu Leitungsquerschnitten:
Bei geringer Belastung (z.b. 0,5 A) fließen wenige
Elektronen (Strom) durch die Leitung, bei steigender Belastung (z.b. 3A) ist der
Elektronenfluss schon stärker. Je mehr Strom durch eine Leitung fließen soll,
umso dicker muss die betreffende Leitung sein. Eine Verringerung des
Querschnittes in der Leitung hat den gleichen Effekt wie eine
Autobahn-Baustelle. Bei wenig Verkehr wirkt sich diese Spurverengung gar nicht
aus, aber mit Zunahme des Verkehrs ist logischerweise Stau angesagt.
Die engere Leitung sie wirkt wie ein Widerstand und erzeugt
einen Elektronenstau, welcher durch Erwärmung der Leitung ersichtlich wird.
Fazit:
Die Summierung vieler kleiner Fehler ergibt ein großes Problem!!
Vorschlag
·
Konsequente Einhaltung von min. 1,5mm² als Parallelleitung
durch das gesamte Modul, also vom Stecker auf der einen Modulseite zur Kupplung
auf der anderen Modulseite.
·
Nachkontrolle der gesamten Modulverkabelung und konsequente
Behebung bei niederen Querschnitten als min. 1,5mm² bei der Parallelleitung und
min. 0,75mm² bei den Gleiszuführungen.
·
Bei neu zu bauenden Modulen: Gleiszuführungen mit 1,0mm²
Volldraht. (gleich beim Gleisverlegen von unten an die Schiene gelötet, ist er
nicht mehr sichtbar)
·
Mehrfache Gleisanspeisungen im Modul, vor allem wenn
mehrere Schienenverbinder in dem betreffenden Gleisabschnitt vorhanden sind.
(z.b. eigene Einspeisung der
Verbindung vom Modulübergang bis zur Weiche, sonst bekommt eine Schiene dieses
Abschnittes die Spannung nur vom benachbarten Modul über die Modulübergangsgleise,
wenn in der Weiche die Weichenzunge keinen 100% Übergang mehr bietet)
·
Immer wiederkehrende Kontrolle der Schienenverbinder und
Steckverbindungen auf gute Kontaktübergänge.
·
Wiederkehrende Kontrollen der gesamten Klemmverbindungen (Lüsterklemmen,
Stecker/Kupplungen), auf Festsitz bzw. Bruch der Drähte/Litzen.
Anmerkung
Es wurde fixiert, vor der Modul-Zusammenstellung bei großen
Modularrangement, eine "Eingangskontrolle der Verkabelung" durchzuführen,
vor allem bei neuen bzw. umgebauten Modulen die zu dem Zeitpunkt noch in keinem
Modularrangement eingebunden waren.
Hintergrund:
Auf diese Art können schon im Vorfeld kleine
Verkabelungsfehler (die jedem passieren können) erkannt und behoben werden. Wir
ersparen uns dadurch die aufwendige und mühevolle Fehlersuche im zusammen
gestellten Modularrangement.