Hallo liebe Holzwürmer

Es gibt viele nützliche Bauten und andere Dinge aus Holz bei der Bahn. Eines der wichtigsten Gebäude, zumindest in den ersten 100 Jahren der Bahngeschichte, war der

Wasserturm

Der hier vorgestellte Wasserturm ist ein typisches Bauwerk aus den MWA Shops .... der Plan ist von der Firma Schätz und das Material kommt vom Hauslieferanten der MWA: der Firma Kostnix & Billig! Außerdem passt der Bau in das bei der MWA übliche Zeitraster: Ein Sonntagnachmittag! Der Wecker im Hintergrund lief mit!

Ich werde keine Baubeschreibung liefern, sondern nur ein paar Techniken und Tipps vorstellen und auch auf mögliche Materialquellen hinweisen. (Es muss nicht immer lasergeschnittenes "Scale Lumber" sein!) Das meiste ist auf den Fotos zu erkennen.

Zuerst die Stückliste :

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Ein Stück stabiles Papprohr, verschiedene Holzleisten, dünne Pappe und Papier, feiner Blumendraht („ausgeglüht" = schwarz und weich!), Doppelklebeband, Weißleim und entsprechende Werkzeuge.

Als Konstruktionsholz verwende ich, weil in großer Menge vorhanden, Leisten ca. 2x5 mm. Die Leisten werden für die Standfüße der Länge nach mit einem Teppichmesser und einem stabilen Stahllineal geteilt.

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Dasselbe geschieht mit den Leisten für die Beplankung und Verstrebung des Wasserturms. Diese stammen aus einem (Meranti?) Rollo, das ich mal für 2.- DM auf dem Flohmarkt erstanden habe und aus dem ich auch noch in ferner Zukunft Leisten schneiden werde. Das teilen von Holzleisten in Längsrichtung ist grundsätzlich kein Problem, wenn man die Maserung beachtet und gutes (scharfes!) Werkzeug verwendet. Aber....SAFETY FIRST, nicht die Finger teilen!!

Als erstes werden die Leisten für den Boden des Wasserbehälters auf das Papprohr aufgeleimt. In der Trockenzeit kann man die Beplankung zuschneiden. Durch diese ineinandergreifende Arbeitsweise können die Bauzeiten wesentlich gestrafft werden.

Zum Aufbringen der Planken wende ich einen kleinen Trick an: Am oberen und unteren Rand des Behälters wird ein Streifen dünnes Doppelklebeband angebracht und in der Mitte wird Weißleim aufgestrichen. Das Klebeband hält die Planken gleich fest und sie verschieben sich nicht ständig, solange der Leim feucht ist. Dadurch kann die komplette Beplankung ohne Zwischentrockenzeiten in einem Arbeitsgang aufgebracht werden und nur so ist es möglich, das ganze wirklich an einem Nachmittag fertig zu stellen.

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Das Dach besteht aus starkem Papier oder dünner Pappe, wird rund ausgeschnitten und erhält einen Schnitt von außen bis zum Mittelpunkt. An diesem Schnitt werden die Schnittkanten übereinander geschoben (Spitzkegelform) und verklebt. Auf das Dach kommen mit Papierstreifen angedeutete Nagelleisten (bei Bitumenpappe bzw. Falzkanten bei Blechdach). Der erste Streifen wird auf die Schnittkante gesetzt, diese wird dadurch „unsichtbar". Dazu einen ca. 0,5 – 0,8 mm breiten Papierstreifen in verdünntem Weißleim einweichen, auf das Dach aufgelegen, ausrichten und trocknen lassen – fertig. Das bringt „Struktur" in das glatte Dach und macht es interessanter.

Nachdem die Verstrebungen zwischen den Beinchen eingeleimt wurden, sind die Holzarbeiten beendet und die Spannbänder werden angebracht. Dazu eignet sich am besten ausgeglühter Blumendraht (zu finden bei Floristen oder im Bastelgeschäft und für viele Dinge zu gebrauchen!). Dieser wird um den Turm gelegt und verdrillt. Dadurch bekommt er Spannung und sitzt fest. Die verdrillten Enden werden ca. 3mm lang abgeschnitten und parallel zum Draht umgebogen, damit werden die im Original vorhandenen Spannschlösser dargestellt. Der Draht hat gegenüber einem Faden mehrere Vorteile: Er lässt sich einfacher verarbeiten, gibt richtigen Halt und sieht aus wie Metall!

Jetzt sind genau 5 Stunden vergangen (keine Kaffeepause!!!) , das Türmchen steht da, es fehlt nur noch die Farbe.

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Für Holzbauten verwende ich am liebsten Beizen und keine deckenden Farben, dadurch bleibt das Holz in seiner vollen Struktur erhalten.

Nach einer weiteren halben Stunde ist auch das geschafft und das Feierabend Bier ist wirklich verdient!

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Ihr lehnt euch zurück und betrachtet das gelungene Werk, an dem nicht nur der Dampfbahner, sondern auch Daniel Dieseltrüb seine Freude hat.........

Und wenn ihr jetzt noch erfahrt, dass das ganze mit diesen Materialien nicht einmal 1.-€ kostet, dann könnt ihr euch zum Nachtmahl sogar ein zweites Bier leisten ;-))

Zum Wohl!

Gert Weinmann