Warum
sollte man Peco-Weichen vor dem Einbau modifizieren?
(Originalumbauanleitung mit freundlicher
Genehmigung von Bernd Schneider)
In
erster Linie um die Verbesserung der Stromführung im Bereich der Zungen. Ein
Nebeneffekt ist auch die Vermeidung von Kurzschlüssen, welche dadurch entstehen
können, dass ein Radsatz die Rille zwischen Backenschiene und Zunge überbrückt.
Wesentlich
nervtötender ist die Problematik der Stromzuführung von den Zungen zum Herzstück:
Diese erfolgt bei Peco-Weichen ausschließlich über die Kontaktstelle zwischen
Zunge und Backenschiene. Hier können die durch Oxidation und Schmutzablagerung
entstehenden Übergangswiderstände so groß werden, dass ein sicherer
Fahrbetrieb unmöglich wird. Was auf der Heimanlage mit verstärkter Putztätigkeit
kompensiert werden kann, wird auf Ausstellungen vor Publikum sehr schnell zum
peinlichen Ärgernis.
Ein Nachteil soll aber nicht verschwiegen werden, die Weiche lässt sich nicht mehr ohne einen Umschalter für das Herzstück stellen!
Umbauanleitung:
Als erstes trennt man mit einer dünnen Diamanttrennscheibe die feststehenden Zungenschienen und das Herzstück im Bereich der Radlenker. An dieser Stelle ist die Gefahr am geringsten, dass man die Backenschienen „anritzt“.

Bild 1: Isolieren des Herzstücks
Im
zweiten Schritt unterbreche ich den Weichenrost im Bereich der Zungengelenke zum
Herzstück hin mit Hilfe eines Bastelmessers und eines
Uhrmacher-Schraubendrehers. Anschließend feile ich die freiliegenden Profile
mit einer Nadelfeile blank. Die blanken Stellen werden verzinnt, wofür ein Lötkolben
mit kleiner Spitze notwendig ist. Zwischen Backenschiene und Zunge löte ich
kleine Drahtbrücken aus 0,6 mm starkem versilbertem Kupferdraht ein. Wenn
diese Drahtbrücken gleich mittels Gleis-Strom-Anschlußdrahtes ausgeführt
werden, entstehen somit für die betreffende Weiche bereits eigene Stromanschlüsse.
Diese sind insofern bei Kombinationen von mehreren Weichen von Vorteil, bei
welchen durch die notwendigen Isolierungen an den Herzstücken der
vorhergehenden Weiche, die nachfolgende Weiche keine Stromverbindung haben kann.
Von der Oberseite sind diese Brücken bzw. Anschlußdrähte nach dem
Einschottern nicht mehr zu sehen.
Bild 2: Drahtbrücken zwischen Backenschiene und
Zungen
Nach dem Löten
schleife ich die Unterseite der Weiche im Bereich der Lötstelle glatt, da der
Weichenrost meist etwas zuviel Hitze bekommt und sich leicht verzieht. Die
Weiche würde ansonsten nicht mehr vollflächig und eben aufliegen.
Da das Herzstück nun vom Rest der Weiche isoliert ist, muss es mit einer polrichtigen Spannungsversorgung versehen werden. Dafür löte ich am herzstückseitigen Ende der Weiche ein Stück Litze an eines der vom Herzstück abgehenden Profile. Ganz wichtig: die Lötstelle wieder blank schmirgeln.
Das Ende der Litze muss nach dem Einbau der Weiche mit einem Umschaltkontakt am elektrischen oder mechanischen Weichenantrieb versehen werden.
Einfacher
Eigenbau - Weichen - Handantrieb
(von Manfred Neurauter nach einer Idee von Gert Weinmann)
Ein Weichenantrieb für Module…….
- soll preiswert sein,
- muss einen Umschaltkontakt zur Herzstückpolarisierung aufweisen,
- sollte von beiden Modulseiten aus bedienbar sein,
- soll Bedienelemente möglichst
nahe an der jeweiligen Weiche aufweisen.
- muss 100% funktionssicher
sein.

Pro Antrieb benötigte Materialien:
|
Stückzahl / Einheit |
Bezeichnung |
ungefährer Preis (in €) |
|
1 |
Micro-Switch 1-pol. um (z.B. Conrad 703010) |
2,59 |
|
1 |
L-Winkel aus Sperrholz 50x50 (nur bei einseitiger Betätigung) |
0,26 |
|
2 |
Holzschrauben klein |
0,10 |
|
ca. 80 mm |
Federstahldraht Ø 1,2 mm |
0,02 |
|
|
Rundstab aus Buchenholz Ø 6mm |
0,62 |
|
1-2 |
Holzkugel mit halber Bohrung Ø 6mm |
0,30 |
|
|
Summe |
3,89 |
Prinzipielle Vorbereitung:
Ins Modultrassenbrett wird ein Loch (ca. 10-12mm) gebohrt, wo die Bohrung in der Stellschwelle der PECO-Weiche schlussendlich platziert ist. Nach dem aufkleben der Gleisbettung wird diese mit einem 2cm langen Stück Gleisbettung an der betreffenden Weichenstellschwellenseite verbreitert. Nun wird mittels der provisorisch aufgelegten Weiche beide Lagen der Stellschwelle markiert und mit einem 1,5 mm Bohrer beide Punkte durch die Gleisbettung gebohrt. Diese Bohrungen werden mittels Skalpell zu einem ovalen Loch geschnitten.
Zuerst bohre ich das Loch (Ø 6
mm) in den Modulfrontrahmen, in gerader Verlängerung der Weichenzungenbohrung
zum Frontrahmen, das den Rundstab aufnehmen
soll. Im nächsten Arbeitsschritt klebe ich aus Sperrholzplattenresten einen L-förmigen
Winkel zusammen und bohre in diesen, ein Loch mit Ø 6 mm im gleichen Abstand
wie die Bohrung im Modulfrontrahmen. Er dient als Widerlager für den Rundstab.
Bild 1: Das Kernstück: Das Widerlager für den
Rundstab, der Stelldraht und der Micro-Switch zur Herzstückpolarisierung.
Dann wird dieses Widerlager an
die Modulunterseite ca. 2 cm nach der Weichenzungenbohrung angeklebt und mittels
des Rundstabes so einjustiert, dass der Rundstab genau über der Bohrung für
die Weichenzunge liegt. Während das Widerlager trocknet, wird der Rundstab so
vorbereitet, in dem ca. 8 cm vom Ende eine Loch Ø 1,2 mm für den Federstahl
gebohrt wird. Als nächster Schritt wird der Rundstab in die Bohrungen der
Modulfront und des Widerlager geführt und so platziert, dass die Bohrung im
Rundstab über der Bohrung für die Weichenzunge liegt. Dann wird ein ca. 8cm
langes Federstahlstück in die Bohrung im Rundstab gesteckt und solange weiter
geschoben bis es in die Bohrung der PECO-Weichenstellschwelle eingepasst werden
kann. Nun wird mittels ziehen und drücken am Rundstab die einwandfreie
Umstellung der Weiche geprüft. Eventuelle Hindernisse entfernen, bzw. die
Stellbohrung an den Rändern vergrößern. Erst wenn die Weichenumstellung
absolut einwandfrei funktioniert, wird der Micro-Switch angeschraubt. Zu
beachten ist, dass der Micro-Switch sauber umschalten kann. Eine exakte
Einjustierung ist nur bei einer Weiche notwendig, die nicht nach der
Umbauanleitung geändert ist. Hierbei muß der Micro-Switch so einjustiert
werden, dass er exakt dann umschaltet wenn die Weichen-Zunge nicht mehr an den
Backenschienen anliegt. Als nächstes wird am Rundstab an der Modulaußenseite
die notwendige Länge für die Holzkugel (Rundstab gedrückt) und für die
Sperre (Rundstab gezogen) [die Weiche muss jeweils einwandfrei in die
betreffende Richtung umgeschaltet sein!) angezeichnet. Die Holzkugel und die
Sperre fungieren als Anschlag, damit der Rundstab nicht gewaltsam weiter hinein
geschoben bzw. herausgezogen werden kann, was den Weichenantrieb und auch die
Weichenzunge beschädigen könnte. An der Markierung für die Sperre wird ein
Loch Ø 1,2 mm gebohrt und der Rundstab bei der Holzkugelmarkierung abgelängt.
Die Holzkugel aufgeklebt, ein Stück Federstahl 1,5cm in die Bohrung für die
Sperre und den Micro-Switch angeschlossen. Eine Funktionsprüfung am Gleis und
der Weichenantrieb ist betriebsbereit.
Bild 2: Der Stellmechanismus fertig eingebaut. Die
Holzkugel links dient als Bedienelement. Der Rundstab überträgt die
Stellbewegung auf den Stelldraht, durch den der Micro-Switch in die beiden
Schaltstellungen gebracht wird und die Stellschwelle der Weiche in die jeweilige
Endlagen gedrückt wird. Im Gegensatz zu den Modulen, bei denen die Stellstange
beidseitig aus dem Modulkasten herausragt, ist ein Ende der Stellstange in der
Bohrung des kleinen Winkels gelagert (rechts erkennbar).
Bau- und Montageanleitung, Beidseitige Betätigung:
Zuerst bohre ich das Loch (Ø 6
mm) in den Modulfrontrahmen, in gerader Verlängerung der Weichenzungenbohrung
zum Frontrahmen, das den Rundstab aufnehmen
soll. Dann wird mittels des Rundstabes bis an die Modulhinterseite eingeschoben
und so einjustiert, dass der Rundstab genau über der Bohrung für die
Weichenzunge liegt. Dann wird das auf diese Art gekennzeichnete Loch (Ø 6 mm)
in den Modulhinterrahmen, in gleicher Höhe wie an der Frontseite gebohrt. Nun
wird der Rundstab so vorbereitet, in dem er auch durch die Bohrung an der
Modulhinterseite geschoben wird. Dort sollte er ca. 10-12 cm herausstehen. Man
zeichnet die Bohrung für den Federstahl an, ist logischerweise über der
Bohrung für die Weichenzunge und bohrt ein Loch von Ø 1,2 mm für den
Federstahl in den Rundstab. Als nächstes wird ein ca. 8cm langes Federstahlstück
in die Bohrung im Rundstab gesteckt und solange weiter geschoben bis es in die
Bohrung der PECO-Weichenstellschwelle eingepasst werden kann. Mittels ziehen und
drücken am Rundstab wird die einwandfreie Umstellung der Weiche geprüft.
Eventuelle Hindernisse entfernen, bzw. die Stellbohrung an den Rändern vergrößern.
Erst wenn die Weichenumstellung absolut einwandfreie funktioniert, wird der
Micro-Switch angeschraubt. Zu beachten ist, dass der Micro-Switch sauber
umschalten kann. Eine exakte Einjustierung ist nur bei einer Weiche notwendig,
die nicht nach der Umbauanleitung geändert ist. Hierbei muss der Micro-Switch
so einjustiert werden, dass er exakt dann umschaltet wenn die Weichen-Zunge
nicht mehr an den Backenschienen anliegt. Dann wird am Rundstab an den Modulaußenseite
die notwendige Längen für die Holzkugeln (in jeweils gedrücktem Zustand! [die
Weiche muss einwandfrei in dieser Richtung umgeschaltet sein!]) angezeichnet und
abgelängt. Die Holzkugeln fungieren als Anschlag, damit der Rundstab nicht
gewaltsam weiter hinein geschoben bzw. heraus gezogen werden kann, was den
Weichenantrieb und auch die Weichenzunge beschädigen könnte. Noch die
Holzkugeln aufgeklebt und den Micro-Switch angeschlossen, eine Funktionsprüfung
am Gleis und der Weichenantrieb ist betriebsbereit.